Stadtgemeinde Rohrbach-Berg

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Die Rödern

Das wohl wichtigste Grafengeschlecht am Berg tritt die Nachfolge der Perger an, nachdem Christoph Perger im Jahr 1541 als letzter männlicher Erbe kinderlos stirbt. Erasmus von Rödern heiratet Magdalena, eine der Töchter Altmann Pergers. Er war ein Sohn des Grafen Niclas von Rödern auf Schwandt bei Spandau in der Mark Brandenburg. Als gräflich Schaunberg’scher Pfleger zu Weidenholz kam er nach Österreich ob der Enns. Sein Sohn Georg kehrte wieder zurück in das brandenburgische Erbe. Das Wirken von Erasmus in der Pflegschaft Weidenholz ist unbekannt, die Geschichte am Berg jedenfalls hat er über Jahrhunderte geprägt. Er vereinte die herrschaftlichen Gutsbesitze der Perger, indem er die Besitztümer von den Schwestern seiner Gattin erwarb. Sein Sohn Hanns erwarb auch noch den Ruestorferischen Freisitz von seinem Schwager Sebastian zu Götzendorf und begann den Bau eines neuen Schlosses Perg, den letztlich erst sein Sohn Erasmus II. vollendete. Im Lauf der Jahre verfiel die alte Burg am Berg. Teile davon wurden zum Bau bzw. Ausbau des neuen Schlosses verwendet. Erasmus veränderte das Schloss bis 1606 grundlegend, ließ weitläufige Gärten anlegen und 1602 das herrschaftliche Bräuhaus wieder einrichten und nahm Anfang 1626 den katholischen Glauben an. In seine Zeit fielen auch die Bauernkriege. Im Jahr 1626 wurde das Schloss von den aufständischen Bauern geplündert. Am 24. Oktober kam es zum Kampf zwischen den Preunerischen Soldaten und den Bauern. Die Soldaten siegten und plünderten nun ihrerseits das Schloss und den Meierhof.

 

 

 

Wolfdietrich von Rödern, auch Theoderich genannt, verehelicht mit Genoveva Schatt, wurde 1646 von Kaiser Ferdinand III- in den Freiherrenstand, von Leopold I. 1669 in den Grafenstand erhoben. Unter seiner Herrschaft wurde auch die Kirche am Berg errichtet. Als in den Schwedenkriegen um 1645 das Schloss schwer bedroht schien, legte Wolf Dietrich das Gelübde ab, eine Kirche an der Stelle des alten Schlosses am Berg zu bauen, wenn sein Ansitz von den feindlichen Kriegern verschont bliebe. Die Späher des Grafen berichteten bereits vom Nahen der Heere, im dichten Nebel sollen sich die Schweden aber verirrt und ab Berg vorbei gezogen sein. Wolf Dietrich löste sein Gelöbnis ein und begann um 1645 mit dem Bau der Kirche zu Ehren der Gottesmutter Maria. Im Jahr 1655 wurde der Bau vollendet. Im selben Jahr bekam er vom Bischof von Passau die Erlaubnis, darin an Sonn- und Feiertagen die heilige Messe zu lesen.

 

Sein Sohn Franz Anton von Rödern heiratete in zweiter Ehe 1680 Maria von Ödt, die 1706 das Benefizium zur Kirche Maria Trost stiftete. Er starb 1718 kinderlos und das Erbe ging an seinen Neffen Josef Anton von Rödern, verehelicht mit Maria Antonia, Freiin Subi’r von Chobin.

 

Der Sohn Josef Anton’s, Bernhard Franz, war der letzte in der langen Ahnenreihe der Rödern am Berg. Er war verheiratet mit Gräfin Caroline, Freiin zu Ottislaw zu Kopenitz. die Ehe blieb kinderlos und es kam nach dem Tod von Bernhard im Jahr 1743 zu lange anhaltenden Erbstreitigkeiten, in die sich sogar die Fürsten vom Lamberg und die schlesische Linie der Rödern einmischten. Erst im Jahr 1745 wurde ein Vergleich geschlossen. Der Besitz wurde der Witwe zugesprochen, die in zweiter Ehe den Grafen Franz Josef Cyriak Engl zu Wagrain geheiratet hatte.

 

Nach dessen Tod wäre das Gut in die Hände der Freiherrn von Trenkh gefallen. Das verhinderte Caroline, in dem sie durch einen Schenkungsvertrag bereits 1754 ihren Anteil an ihren Verwandten, den Freiherrn Johann von Stomm überschrieb. Dessen Witwe, Cajetana, Freiin von Königsbrunn, besass die Herrschaft jedenfalls noch 1796.